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Förderverein sammelte das erforderliche Stammkapital / Gründung noch in diesem Jahr geplant / Leuchturmbesucher spendeten fleißig

Bereits 150.388,11 Euro an Spendengeldern (Update 17.03.2017) sind inzwischen eingegangen. Damit steht der Gründung der „Küstenschutzstiftung Amrum“ nichts mehr im Wege. Dies wurde auf der ersten ordentlichen Mitgliederversammlung des Fördervereins „Küstenschutzstiftung Amrum“, der seit seiner Gründung 2009 dieses Ziel verfolgt, verkündet. Damit war das erforderliche Stammkapital von 50 000 Euro erreicht und die Mitglieder beschlossen, die Stiftung noch in diesem Jahr zu gründen.

Für die Finanzierung von Projekten zur Sicherung der Insel dürfen ausschließlich Zinserträge, beziehungsweise die Spenden, die das Stammkapital überschreiten, genutzt werden. Nicht zuletzt der steigende Meeresspiegel bewog die Förderer, diese Initiative ins Leben zu rufen. Zudem umfasse der auf Amrum praktizierte und in der Zuständigkeit der Landesregierung liegende Küstenschutz nur einen kleinen Bereich der Amrumer Küsten. Dabei sind nur Küstenschutzeinrichtungen eingeschlossen, die unmittelbar Hab und Gut und Menschenleben vor den Sturmfluten schützen.

Mit den Mitteln der Stiftung soll aber nicht eine Entlastung der Landesverpflichtung erreicht, sondern eine Optimierung des Küstenschutzes stattfinden, um die Insel in ihrer Existenz nachhaltig zu schützen. Dazu gehören unter anderem das Naturschutzgebiet „Amrum Odde“ oder das Kliff zwischen Steenodde und Nebel. Die Unterhaltung dieser Küstenabschnitte liegt in der Verantwortung der Gemeinden und sind somit selbst zu finanzieren.

Der Vorsitzende des Fördervereins, Wolfgang Stöck, freute sich, dass man schnell vorangekommen sei: „Neben vielen Einzelspenden und Erträgen aus Maßnahmen stellten die Spenden der Besucher des Leuchtturms die größte Summe dar.“ Mit der Karte „Heraufspaziert“ entrichten die Besucher neben dem Eintritt auch jeweils eine Spende von 50 Cent für die Küstenschutzstiftung. Leuchtturmwärter Helmut Bechler stehe dabei, so Stöck, „mit Herzblut hinter der Bemühung der Stiftung“.

Erfolgreich war auch das Aufhängen von Pfandkästen. In die Sammelbehälter, die sich an den Pfandautomaten der Edeka-Märkte befinden, können die Kunden ihre Pfandbons als Spenden einwerfen. Zudem verwies Stöck darauf, dass bisher kaum Verwaltungsgebühren angefallen wären, nicht zuletzt, weil man auf kostspielige Außendarstellung verzichtet hätte. Aufgrund seiner beruflichen Belastung, die ihm nur einen geringen Zeitanteil auf Amrum lasse, bat er die Mitglieder dann um Verständnis, dass er das Amt des Vorsitzenden abgeben wolle, was an seiner weiteren aktiven Mitarbeit aber nichts ändere.

Dass die Stiftung „zukunftsorientiert und wichtig“ sei, so der Vorsitzende weiter, könne sich schon allein daran messen, dass alle Bundeswasserpegeleinrichtungen auf 2,5 Meter über das höchste jemals gemessene Hochwasser aufgerüstet werden.

Neuer Vorsitzender des Fördervereins wurde dann Chris Johannsen. Der bisherige zweite Georg Neisen wurde genauso wie Kassenwartin Heike Zimmermann und Schriftführer Michael Langenhan wiedergewählt. Die Kassenprüfer John Willuhn und Tobias Schmidt bescheinigten der Kassenwartin eine sehr gute und ordnungsgemäße Führung. Auch sie erklärten sich bereit, ihren Posten weiterhin zu bekleiden.

Bei aller Freude über das Erreichte bedauerten die Mitglieder aber auch, dass offenbar bei vielen Insulanern das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer Küstenschutzstiftung noch nicht ausgeprägt sei. Deshalb sei die Werbung weiterer Mitglieder eine primäre Aufgabe. Hier seien auch die Kommunen gefordert, diese müssten Flagge zeigen und dem Verein beitreten.